Willkommen in Oldsum auf Föhr

Die Entenkoje

Tradition Entenkoje

Auf der Insel Föhr existieren sechs Vogelkojen, oder richtiger Entenkojen, die wie kleine Wälder in der Marsch liegen. Vier dieser Kojen sind noch heute in Betrieb. Es handelt sich um eine ursprünglich holländische Erfindung zum Fangen von Wildenten. Nordfriesische Seefahrer, in holländischen Diensten, wurden zu Beginn des 18. Jahrhunderts auf das holländische Vorbild aufmerksam.

Einige Föhrer erwarben sich das notwendige Wissen, erlernten den Fang und errichteten im Jahre 1730 in der Oevenumer Marsch, unmittelbar am Deich, die erste Föhrer Entenkoje. Nach diesem Vorbild wurden in den kommenden Jahrzehnten weitere Entenkojen auf Föhr und den Nachbarinseln Amrum, Nordstrand, Pellworm und Sylt angelegt.

Die Letzte im Jahre 1906 auf Nordstrand. Das Betreiben dieser Anlagen erfolgte damals auf der Basis einer Partnerschaft von zunächst acht Interessenten, die sich jedoch später durch Teilung der Partnerschaften und durch Erbschaft vergrößerten.

Die Fangergebnisse im 18. und 19. Jahrhundert waren beträchtlich, wenn auch von Koje zu Koje verschieden. Der Erfolg des Entenfanges hing wesentlich von der Ruhe und Abgeschiedenheit der einzelnen Kojen ab. Mit Befestigung der Wege, Entwässerung der Marsch, zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft und wachsendem Tourismus, nahmen die Fangergebnisse drastisch ab. Seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts spielten die Entenkojen wirtschaftlich keine wesentliche Rolle mehr.

Die Oldsumer Entenkoje

Am 5.5.1767 wurde eine Konzession zur Anlage und Nutzung einer Vogelkoje bei Dunsum erteilt. Erst fast ein Jahrhundert später wurde im Jahre 1862 mit dem Bau dieser Anlage begonnen. In dieser Zeit waren sehr viele Föhrer als Kapitäne, Steuermänner u.s.w. bei holländischen, portugiesischen oder spanischen Reedern eingestellt und brachten nicht nur viel Geld mit auf die Insel Föhr sondern auch unter anderem die jetzige Föhrer Tracht, die bekannten Kacheln u.s.w. und auch das Prinzip der Entenkojen. Acht Eingesessene der westlichen Dörfer Föhrs erhielten die Konzession vom damaligem Stiftamtmann Des Amtes RIPEN. Westerland Föhr stand bis 1864 unter dänischer Regierung und es galt der Satz: "Hier verfährt man nach König Christian V. Gesetzbuch und anderen in Dänemark geltenden Verordnungen".

Die acht Gründer der Interessenschaft Oldsumer Vogelkoje waren:

Am 5.5.1863 gaben sich die damaligen 8 Interessenten ein Statut, das bis ins heutige Jahr Gültigkeit hat. Die ersten nennenswerten Fänge konnten 1864 mit 724 und 1865 mit 6129 Enten gemacht werden. Schon in den ersten Jahren entwickelte sich ein zusätzlicher Wirtschaftszweig auf der Insel unter anderem eine Wildentenkonservenfabrik in WYK, die ihre Ware bis nach Amerika auslieferte. Da die damaligen Verhältnisse auf Föhr sehr ärmlich waren, brachten die Kojen nicht nur Lohn und Brot sondern auch eine kleine Abwechslung auf dem Speiseplan der Insulaner.

Wurden in den ersten Jahrzehnten zigtausende nordische Enten gefangen (Pfeif-, Krick und Spießente) ging der Fang kontinuierlich ab dem 1.Weltkrieg zurück. In den letzten 10 Jahren wurden nur noch im Mittel um die 50 Stockenten jährlich gefangen. Laut Landesverordnung GS SCHL.-H.ll,Gl.NR.792-1-13 dürfen nur noch die Stockenten gefangen und verwertet werden. Bei der Stockente handelt es sich um eine einheimische Ente, einem sogenannten Teilzieher und Kulturfolger, die in jedem Gewässer oder Stadtpark vorkommt. Sie ist weder Zugvogel noch in ihrer Art gefährdet. Seit 1990 wird die Oldsumer Entenkoje von Magnus Pedersen aus Oldsum betrieben.

Hoher Besuch aus Bhutan

Anlässlich der Eröffnungsfeier zum Museum der Westküste war im Juli 2009 hoher Besuch auf Föhr. Die Königin von Bhutan und Königin Margrethe II von Dänemark gaben sich die Ehre und besuchten erstmals das neueröffnete Kunstmuseum. Die Königin von Bhutan, Ashi Sangay Wangchuck, besichtigte zudem mit ihrem Hofstaat bei traumhaften Wetter die Oldsumer Vogelkoje.

Kooikerhondje: Catisha vom Torfmoorsee

Nach holländischem Vorbild, wird die Oldsumer Vogelkoje als einzige Anlage in Deutschland mit einem holländischem Kooikerhondje („Kojenhund“) gearbeitet und Enten gefangen. Der Kooikerhondje ist eine der ältesten Hunderassen und stammt aus Holland. Er ist ein kleiner Spaniel-, Jagd- und Begleithund, der aufgrund seines Aussehens zum Anlocken von Wildenten genutzt wird. Catisha vom Torfmoorsee ist der einzige aktive Kooikerhondje, der seiner Zucht und Bestimmung nach noch in Deutschland als Entenlockhund im jagdlichen Einsatz in der Entenkoje steht. Der Hund gehört laut FCI zur Jagdhundgruppe 8 Sektion 2, den Stöber- und Wasserhunden. (siehe auch im Internet unter „DCK - Deutscher Club für Kooikerhondje e.V.“)